Erinnerungsort für die Opfer der „Ausländerkinder-Pflegestätte“

Von links nach rechts: Jeanette Schroerlücke, Holger Hürten (Vorstand VR Bank Bonn / Rhein-Sieg) und Thomas Klaus (Sprecher AK Zwangsarbeit/Ausländerkinder-Pflegestätte) bei der Aufstellung der Gedenktafel.

Auch in Alfter sind viele Menschen zu Opfern der nationalsozialistische Diktatur geworden. So auch die Menschen, die hier als Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen leben mussten. Ihre neugeborenen Kinder wurden Ihnen entzogen und verstarben meist in einer sogenannten ‚Pflegestätte‘. Neben die von Jeanette Schroerlücke, Holger Hürten und Thomas Klaus enthüllte Infotafel, soll noch einen Gedenkstein gesetzt werden. Nun wird für diesen gesammelt.

Der Arbeitskreis Zwangsarbeit / “Ausländerkinder-Pflegestätte“ im Förderverein Haus der Alfterer Geschichte e. V. initiiert, unterstützt und koordiniert Aktivitäten, die sich mit der Geschichte und den Opfern der Zwangsarbeit in der Gemeinde Alfter sowie den Folgen bis in die Gegenwart auseinandersetzen.

Grundlage für die Aufarbeitung des Themenkomplexes bildet die wissenschaftliche Dokumentation des ehemaligen Gemeindearchivars Jens Löffler aus 2021. Die Arbeit behandelt sowohl grundlegend den Themenkomplex Zwangsarbeit in Alfter als auch die Geschehnisse um die sogenannte „Ausländerkinder-Pflegestätte“ in Alfter-Ort.

Im Zuge dieser Arbeit soll ein Erinnerungsort für die Opfer der „Ausländerkinder-Pflegestätte“ in Alfter geschaffen werden. Zu diesem Zweck ist eine Crowdfunding-Kampagne initiiert worden. Für einen Gedenkstein mit den Namen der verstorbenen Kinder der Alfterer „Ausländerkinder-Pflegestätte“ werden ab sofort 5.000 Euro auf der Crowdfunding-Plattform der VR-Bank Bonn Rhein-Sieg „Viele schaffen mehr“ gesammelt.

Gedenken an die Opfer in der Gemeinde Alfter

Bis 2021 war das Schicksal der Opfer der sogenannten „Ausländerkinder-Pflegestätte“, die während der NS-Zeit in einer Baracke in Alfter-Ort untergebracht waren, in der Öffentlichkeit nicht präsent. Zwangsarbeiterinnen, die in landwirtschaftlichen Betrieben des Landkreises und der Stadt Bonn eingesetzt waren, mussten hier ihre Neugeborenen abgeben. Durch die Recherche des ehemaligen Gemeindearchivars Jens Löffler konnten die Namen der verstorbenen Säuglinge und Kleinkinder teilweise zusammengetragen werden. Diese Kinder starben an der gewollten Mangelernährung, Verwahrlosung und fehlende Hygiene. Der Arbeitskreis Zwangsarbeit/“Ausländerkinder-Pflegestätte“ im Förderverein Haus der Alfterer Geschichte e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen bleibenden Erinnerungsort für die Opfer der „Ausländerkinder-Pflegestätte“ in der Gemeinde Alfter zu schaffen. Dafür soll ein Gedenkstein am Rathaus der Gemeinde Alfter errichtet werden.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion Wilhelm Windhuis dazu:

„Diese Aktion verdient eine breite Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Alfter. Jeder der das Projekt unterstützen möchte, kann ab sofort auf der Crowdfunding-Plattform www.viele-schaffen-mehr.de/projekte/erinnerungsort-zwangsarbeit spenden. Die Mindestsumme von 5.000 Euro muss innerhalb von 90 Tagen erzielt werden, nur dann kann der Gedenkstein realisiert werden. Weitere Infos finden Sie auf der Crowdfunding-Plattform.

Zudem empfehle ich auch, die Publikation zur Zwangsarbeit in Alfter zu lesen. Sie finden diese unter www.zwangsarbeit-in-alfter.de.“

Die 2. stellvertretende Bürgermeisterin Jeanette Schroerlücke ergänzt:

„Die Enthüllung der Infotafel war für mich ein bewegender Akt. Es ist schmerzliche Erkenntnis, dass derart schreckliche Taten auch in unserer Gemeinde passiert sind. Diese Taten und die Opfer sollen nicht vergessen werden. Nun hoffe ich, dass die Finanzierung des Gedenksteins erfolgreich sein wird und wir die Erinnerung an die deutschen Verbrechen und deren Aufarbeitung während der NS-Zeit fortsetzten können. Jede Spende hält die Erinnerung wach.“

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