Verkehrslenkungsplanung des Baugebiets Olsdorfer Heide in Alfter-Ort

In der Fraktionssitzung am 19.01.2022 haben wir uns intensiv mit dem Schreiben der Interessensgemeinschaft Tonnenpütz und deren Sorgen hinsichtlich der Abführung des Baustellenverkehrs durch die Straßen Tonnenpütz und Holzgasse mit der Gefahrenstelle der Kreuzung Tonnenpütz/Mirbachstraße/Holzgasse/Knipsgasse befasst.

Die Verwaltung hat vorgesehen, den Verkehr zur Baustelle über die Jakob-Reuter-Straße, die Steinergasse und die Prof.-Hippchen-Straße zum Baugebiet in Olsdorf zu führen. Die Abführung des Schwerlastverkehrs ist über den Tonnenpütz und die Holzgasse vorgesehen.

Die Interessengemeinschaft hat die Verwaltung auf die Probleme in diesem Bereich hingewiesen. Dabei handelt es sich einerseits um bauliche Probleme. Tonnenpütz und Holzgasse sind zu jeweils mindestens 1/3 nicht mit befestigten Fußwegen versehen, bilden aber für Kinder aus den Straßen südwestlich davon den Schulweg. Dazu kommt die nicht einsehbare Kreuzung Tonnenpütz/Mirbachstraße/Holzgasse/Knipsgasse. Zur Sicherung des Tonnenpütz und der Kreuzung haben wir bereits einen Antrag eingereicht, welchem zugestimmt wurde.

Bewertungsgrundlage

  1. Zunächst ist festzustellen, dass die Alfterer Grünen das Baugebiet, wie andere in den Höhenlagen auch, abgelehnt haben. U. a. wegen der Probleme durch den zusätzlichen Verkehr aus den Hanglagen in den engen Straßen des Ortes. Die Grünen halten dagegen Wohnbebauung in Bereichen mit guter Nahverkehrserschließung für sinnvoller.

  2. Im Zuge der – gegen unseren Willen – umgesetzten zusätzlichen Baugebiete in den Höhenlagen der Gemeinde wurde auch die sog. Hangentlastungstraße geplant. Diese sollte den Verkehr aus den Baugebieten im Hang abführen, wurde aber nicht den Erfordernissen entsprechend realisiert.

  3. Das Baugebiet liegt in einer kritischen Position für die An- und Abfahrt für den Baustellenverkehr. Durch die Engstelle am Hertersplatz lässt sich der Verkehr nur über die Prof.-Hippchen-Straße zum Baugebiet leiten. Um die dort und in den anderen auf der Route des Baustellenverkehrs liegenden Straßen lebenden Menschen nicht doppelt zu belasten, hat die Verwaltung entschieden, die Belastung durch den Baustellenverkehr zu verteilen. Hierzu ist eine temporäre Einbahnstraße durch den Tonnenpütz Richtung Holzgasse vorgesehen.

  4. Tatsächlich ist eine Abführung des Verkehrs über denselben Weg wie zum Baugebiet nicht ohne neue Probleme möglich, da sich hier laut Aussage der Gemeinde Engstellen für die LKWs im Begegnungsverkehr ergeben.

  5. Eine Planung von Maßnahmen zur Sicherung der Fußgängerinnen und Fußgänger steht noch aus. Hierfür ist eine Verkehrsschau mit dem Rhein-Sieg Kreis vorgesehen.

Fakten

  1. Die durch die Interessengemeinschaft vorgebrachten Bedenken bezüglich der Sicherheit von Radfahrer*innen und Fußgänger*innen sind berechtigt. Sowohl der Tonnenpütz wie auch die Holzgasse sind teilweise ohne sichere Fußwege.

  2. In den Engstellen ohne Fußweg treffen zusätzlich mehrere Hausausgänge und Ausfahrten direkt auf die Straße. Auch hier steigt die Gefahr mit dem Schwerlastverkehr deutlich, weil die Straße bei der Ausfahrt nur sehr schwer und spät einsehbar ist.

  3. Die Kreuzung Tonnenpütz/Mirbachstraße/Holzgasse/Knipsgasse wird mehrmals am Tag von kleinen und größeren Gruppen von Kindern passiert. Sie wurde deshalb auch im Jahre 2015 im Rahmen des bundesweiten Projekts „Kinderkreuzung“ als Musterkreuzung mit erhöhter Verkehrssicherheit und zur Stärkung der Nahmobilität vorgesehen und im Vorfeld schon von Kindern der Alfterer Grundschule bunt gestaltet. Allerdings wurde das Projekt nicht weiter verfolgt. Fakt ist nach wie vor, dass es eine sehr unübersichtliche Kreuzung ist, weil der Tonnenpütz durch die bestehende Bebauung aus der Mirbachstraße und der Knipsgasse für Menschen im Auto und zu Fuß nur schwer einzusehen ist.

  4. Eine bisher noch nicht näher betrachtete Gefahrenstelle stellt die Kreuzung, Holzgasse/Pelzstraße/Stühleshof dar. Zwar ist die Kreuzung übersichtlicher als die voran genannte, allerdings ist die Straßenführung versetzt. Ebenso haben wir hier einen Begegnungsverkehr mit den Linienbussen aus und in den Stühleshof. Die Pelzstraße vom Landgraben kommend ist aus der Holzgasse ebenfalls nur schlecht einsehbar. Zusätzlich haben wir hier wieder den Begegnungsverkehr mit kreuzenden Fußgängerinnen und Fußgängern über die kleine Verkehrsinsel am Ende der Holzgasse.

  5. Zwar ist es nachvollziehbar, dass man die Belastung des Baustellenverkehrs gleichmäßig auf die Anwohnenden verteilen möchte. Allerdings ist die jetzige Planung mit einer deutlichen Erhöhung der Gefahren für diese im Tonnenpütz und der Holzgasse, sowie für Schulkinder und Studierende der Alanus Hochschule einhergehend.

  6. Die Prof.-Hippchen-Straße wurde als ein Teil der Hangentlastungstraße geplant. Warum sie nicht als solche genutzt werden kann, ist für uns nicht nachvollziehbar.

Fazit

Die verfahrene Situation ist auf eine, aus unserer Sicht, fehlgeleitete Bauleitplanung zurückzuführen. Die damit geschaffenen Tatsachen und die enge Straßenführung im Altbestand der Ortschaft Alfter lassen daher auch kaum andere Verkehrsplanungen zur und von der Baustelle zu. Aus diesem Grund müssen entweder die Gefahrenstellen durch bauliche Maßnahmen insbesondere im Bereich Tonnenpütz/Holzgasse deutlich entschärft werden, oder eine Möglichkeit der Rückführung des Schwerlastverkehrs über andere Wege gefunden werden. 

Zukünftig muss vor Beginn der Bauleitplanung in allen Ortschaften innerhalb der Gemeinde überprüft werden, ob der mit der Baustelle verbundene Verkehr ohne Gefahr abgewickelt werden kann und ein entsprechendes Konzept vorliegen. Gegebenenfalls muss bei enger Straßenführung, z. B. im Altbestand auch bei vorhandener Fläche für Neubaugebiete, auf Bebauung verzichtet werden, wenn keine sichere und zumutbare Lösung der Verkehrsplanung für alle Verkehrsteilnehmenden gleichermaßen möglich ist.

Benedikt Malitte                                                                  Wilhelm Windhuis

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